Litwin, Stefan

Walt und Vult

  • Concert piece for piano 4-ms.

Work details

Year of composition
2019

Ausgaben

  • Purchase material

    Item number
    NM3555
    ISMN
    979-0-2032-5626-7
    EAN
    978-3-7333-2851-1
    €24.79incl. VAT, plus shipping

Description

„Der 1960 in Mexico-City geborene Pianist und Komponist Stefan Litwin ist derzeit einer der interessantesten und vielseitigsten Künstlerpersönlichkeiten in der Musik der Gegenwart. Als international agierender Interpret fühlt er sich in der zeitgenössischen Musik genauso zu Hause wie in der Musik vergangener Zeiten. Als Komponist st Litwin ein Nachfahre von Tonschöpfern wie Luigi Nono oder Frederic Rzewski, deren politisch-aufklärerischer Impetus sich in vielen seiner Werke wiederfindet. Aber eben nicht in allen, und gerade das vor kurzem im Verlag Neue Musik Berlin veröffentlichte Konzertstück für zwei Pianisten „Walt und Vult" (2018), ist eine solche Ausnahme von der Regel. Denn „Walt und Vult" sind zwei ungleiche Brüder aus Jean Pauls Roman „Flegeljahre", den schon Robert Schumann verschlungen und stellenweise in seinem frühen Klavierzyklus „Papillons" musikalisch verarbeitet hat. Das wird bei Litwin sicher schon mal auf dem Notenpult gelegen haben, und so ist es denn auch kein Zufall, dass sein Konzertstück manchmal an die „Papillons" des Romantikers erinnert. Das hängt einerseits mit den spielerisch changierenden Satzcharakteren, andererseits mit einigen auffälligen Ähnlichkeiten zusammen: der emporsteigenden Sechzehntelfigur zu Beginn, den mal aufsteigenden, mal hinabstürzenden Skalen [...]. Im Unterschied zu Schumann hat Litwin die Komposition als eine Art Wettstreit zwischen Walt und Vult angelegt, was mit zwei Pianisten an zwei Klavieren naturgemäß recht plastisch dargestellt werden kann. Und dann ist noch eine Dame namens Wina im Spiel, die die beiden Raufbolde plötzlich ganz andere, zartere Töne anschlagen lässt. Litwin hat jeder der drei Romanfiguren eine Viertonfolge zugeordnet, was zusammengenommen eine waschechte Zwölftonreihe ergibt, auf die alle musikalischen Gestalten rückbezogen werden können. Das Zusammenspiel der Töne und Motive ist in einen konventionellen Akzentstufentakt eingebettet, was freilich mit häufigen Taktwechseln einhergeht. Das sollte einem erfahrenen Klavierduo aber keine Probleme bereiten. Ebenfalls erleichternd wirkt sich das Querformat der Edition aus, Das witzige Konzertstück ist dem Klavierduo Grau/Schumacher gewidmet und wurde von diesem am 28. August 2020 aus der Taufe gehoben."

Robert Nemecek in PIANONews 4-2023 www.pianonews.de

Abdruck mit freundlicher Genehmigung