Stelzenbach, Susanne

spider's web

  • for pano 4-mains

Work details

Year of composition
2012

Ausgaben

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    Item number
    NM2601
    ISMN
    M-2032-3232-2
    CD Number
    kr10126
    EAN
    978-3-7333-1812-3
    €17.79incl. VAT, plus shipping

Description

„Wer vergangenen April die Frankfurter Musikmesse oder sogar die Wittener Tage für neue Kammermusik aufgesucht hat, dem wird vielleicht aufgefallen sein, dass Komponistinnen ungewöhnlich stark vertreten waren. Das Vorurteil, Frauen könnten nicht komponieren, scheint endgültig der Vergangenheit anzugehören. Komponistinnen wie Kaija Saariaho, Adriana Hölszky und Olga Neuwirth begegnen ihren männlichen Kollegen auf Augenhöhe. Das schlägt sich auch in den Programmen der Verlage nieder, in denen der Anteil an Werken aus der Feder von Komponistinnen signifikant gewachsen ist. Eine solche Entwicklung lässt sich auch beim Verlag Neue Musik Berlin beobachten, der heute auf mehr als ein Dutzend Komponistinnen in seinem Verlagsprogramm verweisen kann. Zu ihnen gehört auch die im thüringischen Reudnitz geborene Komponistin und Pianistin Susanne Stelzenbach, die vor allem durch ihre Werke für Musiktheater und Klanginstallationen bekannt geworden ist. […] Stelzenbachs Werkkatalog beinhaltet aber auch einige Klavierstücke, von denen der Verlag Neue Musik jetzt „Spider’s Web“ für Klavier zu vier Händen verlegt hat. Das Stück steht in der dreiteiligen Liedform A-B-A. Zwei schnelle Teile umrahmen einen langsameren. Ganz offensichtlich hat sich die Autorin bei der Komposition auch von ihrer bildlichen Vorstellungskraft leiten lassen. Denn die endlos langen Ketten von isorhythmischen 4/64- und 8/128-Figuren ähneln im Notenbild tatsächlich einem Spinnennetz, was auf musikalischer Ebene durch den Eindruck eines dichten Klanggewebes unterstützt wird. Dieser Effekt wird zwar nicht erst bei einem so hohen Tempo wie von der Komponistin verlangt (Achtel = 108) erzielt. Aber je näher man an diesen Wert herankommt, desto besser. Ab Takt 36 verlangt die Komponistin sogar ein Schumanneskes „so schnell wie möglich“. Das ist durchaus anspruchsvoll, weil sich der Klanggehalt der Akkordbrechungen beständig ändert. Eine präzise simultane Wiedergabe ist bei diesem Tempo gar nicht möglich. Die entstehenden Unschärfen dürften jedoch Teil der poetischen Konzeption sein und sind als solche einkalkuliert. Der extrem entschleunigte Mittelteil dient als Ruhepol (Haltetöne, fixierte Tonhöhen), in dem auf mit Fingern abgedämpften Saiten obertonreiche Klanglandschaften produziert werden. Danach wird die Webmaschine wieder angeschmissen und mit unverminderter Kraft weitergesponnen. Susanne Stelzenbach ist mit „Spider’s Web“ eine musikalisch-poetisch stimmige Komposition gelungen, mit der fortgeschrittene Klavierduos ihr eingefahrenes Standardrepertoire mit einem Werk des 21. Jahrhunderts aufpeppen können. Das Publikum wird es ihnen sicher danken.“

Robert Nemecek in PIANONews 4-2018 www.pianonews.de

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