Work details
- Year of composition
- 2007
Ausgaben
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- Item number
- NM1455
- ISMN
- M-2032-1841-8
- EAN
- 978-3-7333-0968-8
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Description
„Musica impura, bei der im dissonanten Stil abgefasste Passagen kammermusikalischer Intimität zeitweise ins Ambiente anekdotischer Alltagsgeräusche versetzt werden, entweder ganz in deren Bann geratend (durch Nachahmung oder Verstummen) oder diese nachdenklich kommentierend. Triptychon, dessen rhapsodischer, elektroakustisch geprägter Mittelteil improvisatorische Elemente einbezieht. Die Außensätze sind geprägt vom Wechsel relativ klar definierter harmonischer Felder, hier und da geräuschhaft angeschärft oder durch Umstimmvorgänge beim Spielen leicht verbogen. Partitur mit gestrichelten Taktlinien zur Orientierung, herkömmlicher Akzentstufenmetrik oder Dauernnotation samt oszillographischer Darstellung des Zuspiels. Erfrischendes Kopfkino im Geist einer „Neuen Diesseitigkeit?" Das historische „Instrument" des Ghettoblasters öffnet hier Fenster zur Außenwelt (statt diese mobil zu beschallen) und mag damit das Nachdenken über das Verhältnis von musikalischer Kunst und Lebenswirklichkeit befeuern."
Michael Zwenzner, neue musikzeitung, März 2021
Abdruck mit freundlicher Genehmigung
„Der Titel der Komposition des in Berlin lebenden Stefan Lienenkämper leitet sich von einer Durchsage in der Londoner U-Bahn her, die gegen Ende des Stückes auch zu hören ist. Im Englischen bedeutet das erstmal eine Warnung vor dem Spalt zwischen Bahnsteig und Trittbrett, kann aber auch übertragend als allgemeine Aufforderung zu Vorsicht verstanden werden. Das Stück besteht aus drei Teilen, die unterschiedlichen Charakters sind, aber ohne größere Unterbrechung hintereinander folgen. Zu den beiden Gitarren soll auf dem Abspielgerät eine CD erklingen, auf der eine Collage verschiedener Umweltgeräusche (neben den erwähnten U-Bahn-Klängen Motorengeräusche, Schritte, Vogelstimmen und anderes) aufgenommen ist. Die beiden Instrumente beziehen sich darauf mehr oder weniger direkt. Die Gitarrenparts weisen die aus der Neuen Musik bekannten Besonderheiten auf: Kratz- und Klopfklänge, Taktwechsel, X-tolen, Bottleneck-Einsatz, Skordaturen, improvisierte Passagen. Das Notenbild ist übersichtlich (es gibt keine Einzelstimmen, nur drei Partituren), Akkorde sind z.T. freundlicherweise mit Griffbildern versehen, ansonsten fehlen Fingersätze, vieles erschließt sich aber unmittelbar. Mit Papier wurde großzügig umgegangen, was häufiges Umblättern erfordert, außerdem muss ein Spieler zusätzlich den Ghettoblaster bedienen. Spieltechnisch und musikalisch relativ anspruchsvoll, jedoch instrumentengerecht und für etwas Neue-Musik-affine Gitarristen gut umsetzbar. Etwas für versierte Spieler mit Avantgarde-Ambitionen."
Michael Protzen, Auftakt!, 2-2025
Abdruck mit freundlicher Genehmigung
