Work details
- Year of composition
- 2022
Ausgaben
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- Item number
- NM3614
- ISMN
- 978-3-7333-2166-7
- EAN
- 979-0-2032-2911-2
€14.80incl. VAT, plus shipping
Description
„Im Jahr 1952 in der Schumann-Stadt Zwickau geboren und an der Dresdner Hochschule für Musik in den Fächern Klavier und Komposition ausgebildet, zählt Wolfgang Heisig zu den eigenwilligsten Tonkünstlern der Gegenwart. Der Begriff Tonkünstler trifft es wirklich am besten, da sich Heisig gerne auch bei den anderen Künsten bedient, manchmal auch bei den Nicht-Künsten. [...] Bemerkenswert ist auch seine intensive Beschäftigung mit selbstspielenden Klavieren, für die er selbst einige Kompositionen schrieb. Gleichwohl ist Heisig dem ganz „normalen" Klavier, das er seit seiner Kindheit kennt und – ziemlich gut – spielt, treu geblieben. Den schönsten Treuebeweis liefert Heisigs Klavierzyklus „Klaviertöne", dessen Anfänge auf das Jahr 1980 zurückdatieren, und den er bis heute fortführt. 2022 ist im Verlag Neue Musik Band 6 und im Jahr darauf Band 7 erschienen. Heisig bleibt auch dem Konzept der früheren „Klaviertöne" treu: ungefähr ein Dutzend Klavierstücke (Band 7 enthält 14), die einzig und allein durch ihre überbordende musikalisch-poetische Vielfalt, ihre Kürze und ihre Lebensnähe miteinander verbunden sind. „Schleierkraut", „Nutri-Score", „Streiflicht" und „Logistikunternehmen auf deutschen Autobahnen", so die Titel von vier Stücken aus dem 6. Band, gleichen in Tönen gesetzten Tagebucheintragungen, deren konkreter Anlass freilich nicht immer so klar ist wie in dem Stück „Schleierkraut", das dem Pianisten Steffen Schleiermacher gewidmet ist. Im Falle von „Streiflicht" notiert Heisig sogar Ort und Datum: 6. März, Berlin, Hauptbahnhof. Was da genau beleuchtet wird (eine ankommende Bahn?) bleibt aber weitgehend der Fantasie des Interpreten oder Hörers überlassen. Dieser Rätselcharakter, der auch den Zusammenhang von Musik und außermusikalischer Idee betrifft, macht natürlich auch den Reiz dieser „Klaviertöne" aus, deren pianistisch-musikalische Bandbreite genauso groß ist wie die außermusikalische. Kompositionen mit einem ganz schlichten Melodie-Begleitung-Satz (Nr. 1, Frieden, Bd. 7) stehen da neben Kompositionen mit orchestraler Anmutung (Nr. 12, S*S*S*IV, Bd. 7) oder kniffligen Minimal-Music-Rhythmen (Nr. 7, Medulla Oblongata, Bd. 7). Einfach sind diese Klaviertöne nie. Anregend immer."
Robert Nemecek in PianoNews 1/2024 www.pianonews.de
Abdruck mit freundlicher Genehmigung