Work details
- Year of composition
- 2013
Ausgaben
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- Item number
- NM1667
- ISMN
- M-2032-2182-1
- EAN
- 978-3-7333-1245-9
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Description
„Der 1946 in London geborene Komponist und Pianist legt die virtuose Dritte sinfonische Etüde aus dem Jahr 2013 vor, die zum Teil durchsichtig-punktuell gesetzt ist, zum Teil aber so sinfonisch, dass vier Hände kaum ausreichen. Das Zusammenspiel erfordert viele sehr genaue Proben. Finnissy schreibt, dass seine Ästhetik durch Filme unter anderem von Pasolini und Godard beeinflusst sei. Im Notentext zitiert er gerne Kollegen vergangener Epochen – hier Czerny und Schumann. Der Verlag hat das Notenbild großzügig und sehr gut lesbar dargestellt.“
Peter Roggenkamp, neue musikzeitung, Mai 2015
Abdruck mit freundlicher Genehmigung
Der britische Pianist und Komponist Michael Finnissy zählt zu den vielseitigsten und einflussreichsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Musik. Den „British Composition Award“ hat er gleich zwei Mal bekommen, und in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts war er Präsident der „International Society of Contemporary Music.“ Sein umfangreiches Schaffen umfasst nahezu alle Gattungen, wobei die Klaviermusik breiten Raum einnimmt. […] Finnissys monumentaler Klavierzyklus „The History of Photography“ (2001) hat eine Dauer von mehr als fünf Stunden und konnte bislang nur von Ian Pace vollständig gestemmt werden. Aber Finnissy kann sich auch kurzfassen, wie seine „Derde“ betitelte „symfonische Etüde für zwei Klaviere“ zeigt. Man denkt dabei natürlich automatisch an Schumanns „Symphonische Etüden“. Erstaunlicherweise ist es aber nicht der Poet Schumann, auf den sich Finnissy bezieht, sondern der Etüden-Vielschreiber Carl Czerny. Der Komponist weist in der Partitur sogar ausdrücklich auf diesen Bezugspunkt hin. Ab Takt 70 zitiert er mehrere Takte lang aus Czernys Etüden Op. 365, Nr. 48 (1. Klavier) und Op. 365, Nr. 14 (2. Klavier). Das ist musikalisch durch die Intervallkonstellation des fünftönigen Eingangsmotivs sowie durch vereinzelte Vorwegnahmen der Hauptmotive bereits vorbereitet. Zugleich leiten die Etüden-Zitate einen neuen Entwicklungsabschnitt ein, der die schnelle Sechzehntelbewegung der Czerny-Etüden aufnimmt und am Ende einer fulminanten Steigerung gleichsam in einer Pulverisierung des Materials kulminiert, bei der Töne und Rhythmen in schnellem Tempo über den gesamten Klangraum verteilt werden. Mit seinen irrwitzigen Sprüngen und irregulären Rhythmen ist dieser Abschnitt der mit Abstand schwerste der gesamten Komposition. Danach lässt Finnissy die Erregung in einem längeren lyrisch-expressiven Abschnitt, in dem auch ein kantables Motiv aus Schumanns 2. Sinfonie eine Rolle spielt, langsam ausklingen. Ein tolles Stück Musik, dem jedoch wegen seiner partiell intrikaten Schwierigkeiten nur professionelle und idealerweise mit Neuer Musik vertraute Klavierduos gerecht werden können.
Robert Nemecek in PIANONews 3-2015 www.pianonews.de
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„Denken Sie an das Beispiel des New-Complexity-Komponisten Michael Finnissy, bei dem ich auch einen Meisterkurs besucht habe. Seine Musik ist voller Energie. Die Noten sehen so komplex aus, so detailliert. Auf den ersten Blick wirkt es unspielbar, geradezu unsingbar. Aber wenn man etwa hört, wie Finnissy seine eigenen Kompositionen spielt, zum Beispiel die „English Country Tunes“ für Klavier, dann spürt man die Wucht der Leidenschaft. Ich bewundere diesen großen Komponisten, er ist sehr emotional in seiner Musik und das ist so wunderbar.“
Der Komponist Eriks Ešenvalds im Gespräch mit Burkhard Schäfer, neue musikzeitung, Juli/August 2020
Abdruck mit freundlicher Genehmigung
