Work details
- Year of composition
- 2006-14
Ausgaben
Purchase material
- Item number
- NM3446
- ISMN
- 979-0-2032-5474-4
- EAN
- 978-3-7333-2740-8
€16.80incl. VAT, plus shipping
Description
1) Mano knyga (mein Buch / My Book)
2) Megztinis (Pullover / Sweater)
3) Pamesta lėlė (Verlorene Puppe / Lost Doll)
4) Siūlų kamuoliukas (Fadenkugel / Thread Ball)
5) Šmaikštus lietutis (Witziger Regen / Witty Rain)
6) Susimąstymas (Betrachtung / Reflection)
7) Vaikystės pasaka (Eine Kinheitsgeschichte / A Childhood Tale)
8) Verpimo ratelis (Spinnrad / Spinning Wheel)
„Diese Veröffentlichung lenkt den Blick nach Litauen, einem Land, das seit 2004 Mitglied der Europäischen Union ist, von dessen Musikgeschichte wir trotzdem nicht viel mehr wissen, als dass Mikalojus Konstantinas Ciurlionis (1875-1911) der Vater der litauischen Kunstmusik ist und dass es dort ein sehr gut funktionierendes musikalisches Ausbildungssystem gibt. Genau davon hat Donatas Prusevicius (* 1966), der Komponist der Klavierzyklen „Aus meiner Kindheit" und „Aus meiner Jugend", profitiert, bevor er sein Studium an der Kölner Musikhochschule bei Krzystof Meyer fortsetzte. Mehrere Wettbewerbserfolge und Aufführungen seiner Musik haben dazu beigetragen, dass sich Prusevicius, der seit 2016 in Berlin lebt, auch auf internationalem Parkett als Komponist behaupten kann. [...]. Die Uraufführung seines Streichorchesterstücks „Hommage à Beethoven" beim Usedomer Musikfestival unter der Leitung von David Geringas im Jahre 2021 gehört zu seinen größten Erfolgen.
In den beiden Klavierzyklen, die nun in zwei neuen Editionen des Verlags Neue Musik Berlin vorliegen, lässt Prusevicius Erinnerungen an Kindheit und Jugend lebendig werden. Ein Buch, das ihm sehr gefallen hat, eine verlorene Puppe und auch ein Spinnrad gehören zu den Dingen, die ihn in der Kindheit besonders beschäftigt haben. Der Komponist lässt die Geschichten und Bilder aus fernen Tagen in einer maßvoll modernen, vorwiegend wohlklingenden und leicht fasslichen Tonsprache an seinem geistigen Auge vorüberziehen. Bei den Jugenderinnerungen liegt die Sache etwas anders. Dort geben die Titel nur vage Hinweise auf außermusikalische Inhalte. Eine Ausnahme bildet die „Geschichte des schwarzen Windes", deren musikalische Umsetzung freilich so abstrakt und atonal daherkommt, dass man sich in einer Fortsetzung von Schönbergs Klavierstücken op. 19 wähnt. Die Stücke „Sommer" und „Melodie" kommen dem konventionellen Hörbewusstsein trotz bitonaler Spannungen schon eher entgegen, und das dritte Stück – „Retro Style" – macht sogar Anleihen beim Boogie-Woogie. Wegen der bis ins Orchestrale gehenden Steigerung geht es über den mittleren Schwierigkeitsgrad der anderen Stücke weit hinaus. Insgesamt kommt einem der zweite Band ziemlich abenteuerlich vor, aber so ist die Jugend nun einmal."
Robert Nemecek in PianoNews 1/2024 www.pianonews.de
Abdruck mit freundlicher Genehmigung
