Ospald, Klaus

„... volando sobre el tiempo ...“

  • für Klavier und Tonband

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    Artikelnummer
    NM3098
    ISMN
    M-2032-5815-5
    EAN
    978-3-7333-2355-4
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Beschreibung

Kompositionsjahr: 1981, rev. 1983


„Diese Komposition führt uns zurück in eine noch gar nicht so weit zurückliegende Epoche der Musikgeschichte, in der die elektronische Musik eine regelrechte Blütezeit erlebte. Karl-Heinz Stockhausen war wohl der erste, der das Klavier mit elektronischen Klängen kombinierte („Mantra" für 2 ringmodulierte Klaviere). Danach begann man, die elektronisch erzeugten Klänge auf Band zu fixieren, so dass bei der Aufführung parallel zur Klavierstimme eine autonome elektronische Stimme erklang. Die bekannteste Komposition dieser Art ist sicher Luigi Nonos „Sofferte onde serene" für Klavier und Tonband von 1976, die kein Geringerer als Maurizio Pollini aus der Taufe hob und anschließend in der ganzen Welt bekannt gemacht hat. „Sofferte onde serene" ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch eine der Inspirationsquellen für Klaus Ospalds nur fünf Jahre später entstandene Komposition „… Volando sobre el tiempo ..." für Klavier und Tonband gewesen. Dass Ospald (* 1956) für den Titel eine romanische Sprache – Spanisch – gewählt hat, spricht Bände. „Volando sobre el tiempo" kann sinngemäß mit „Im Eiltempo durch die Zeit" übersetzt werden.

[…] Das pianistisch recht anspruchsvolle Stück ist durchzogen von ein- und zweistimmigen Sechzehntel-, Zweiunddreißigstel und Vierundsechzigstelketten, die selbstredend mit Triolen, Sextolen, Septolen und Nonolen gespickt sind. Sie müssen meistens in schnellem Tempo ausgeführt werden, was auch den Titel erklärt. Akkordische Passagen treten in kontrastierender und gliedernder Funktion eher punktuell in Erscheinung. Die elektronisch erzeugte Spur, die auf einer mitgelieferten CD gespeichert ist, ist mit ihren rasend schnellen Ton- und Repetitionsfolgen, die mit punktuellen Klangereignissen kontrastieren, dem Klavierpart eng verwandt, so dass die Klangereignisse während der Aufführung miteinander interagieren – als Vorausnahme, Variation oder Echo. Das funktioniert aber nur, wenn der Ausführende die durch die elektronische Spur vorgegebenen Zeitvorgaben genau einhält. Die Einsätze auf die Sekunde genau platzieren zu müssen, kann dem Pianisten dabei durchaus den Schweiß auf die Stirn treiben. Diesem Stress werden sich wohl nur Pianisten aussetzen wollen, die mit der Klaviermusik des 20. Jahrhunderts bestens vertraut sind."


Robert Nemecek in PIANONews 6-2020 www.pianonews.de

Abdruck mit freundlicher Genehmigung