Finnissy, Michael

Violet, Slingsby, Guy & Lionel

  • für Klavier

Werkangaben

Kompositionsjahr
1994-96

Ausgaben

  • Kaufmaterial

    Artikelnummer
    NM3394
    ISMN
    979-0-2032-5402-7
    EAN
    978-3-7333-2672-2
    €16.80inkl. MwSt., zzgl. Versand

Beschreibung

Edward Lear (1812-1888) reiste viel. 1871 veröffentlichte er „Die Geschichte von den vier kleinen Kindern, die rund um die Welt zogen" – er nannte die Kinder Violet, Slingsby, Guy und Lionel. Wenn die vier jetzt durch die Welt DER MUSIK zögen, was würden sie dort finden?

Dieses Kuriositätenkabinett, das aus ihrer großen Tour entstanden ist, ist imaginär – obwohl der Inhalt auf Fakten beruht: Gregorianischer Gesang, lutherischer Choral, eine Melodie aus nur zwei Tönen, eine andere aus vier, viele unkonventionelle Modi und Texturen, einige von „weit her" – geographisch oder historisch gesehen.

Ist es ein Lehrwerk? Mir wäre es lieber, es würde als Erforschung gesehen – von Orten von musikalischem Interesse. Manche Stücke sind leicht zu spielen, manche schwieriger. Es gibt Herausforderungen, ein paar Witze, entlegene Winkel der kompositorischen Inspiration und Konstruktion.

Wie bei den Rezensionen zu Lears Werk könnten diese Stücke als „fantastisch & respektlos" angesehen werden oder sogar als Aushöhlung der konventionellen und repressiven politisch-kulturellen Ordnung.

Michael Finnissy

„Es ist ein schöner Zufall, dass die zweite Edition ebenfalls mit Klavierminiaturen aufwartet. Das ist für den Briten Michael Finnissy, den ein Hang zum Monumentalen und nahezu Unspielbaren charakterisiert, eher ungewöhnlich. Sein Klavierwerk „The History of Photography in Sound" (2001) hat eine Dauer von sechs Stunden. Dagegen wirkt der frisch edierte Zyklus mit gleich vier Kindernamen im Titel geradezu niedlich. Violet, Slingsby, Guy und Lionel sind die Helden in Edward Lears 1871 verfasster „Geschichte von den vier Kindern, die rund um die Welt zogen". Finnissy macht daraus eine Geschichte von vier Kindern, die durch die Welt der Musik ziehen. Und das ist wirklich eine musikalische Abenteuerreise. Volksliedthemen aller Couleur symbolisieren das jeweils erreichte Land: peruanische Folklore (Nr. 5), ein mährisches Volkslied (Nr. 11), ein rumänisches Wiegenlied (Nr. 16) oder ein Lied der Arapaho-Indianer (Nr. 15) [...]. Manche dieser Lieder sind einstimmig notiert, andere versieht Finnissy mit einer neuen Begleitstimme, die sich so gut wie nie an die vorgegebene Tonart hält. Etwa die Hälfte aller Stücke sind sehr leicht zu spielen, die andere Hälfte ist wesentlich anspruchsvoller. Es sind vor allem die freien, oft rhythmisch vertrackten Kontrapunkte, die dem Pianisten das Leben schwer machen. Deshalb muss auch die Frage nach der Eignung für Kinder mit einem klaren Jein beantwortet werden."

Robert Nemecek in PIANONews 2-2022 www.pianonews.de