Werkangaben
- Kompositionsjahr
- 2014
Ausgaben
Kaufmaterial
- Artikelnummer
- NM3404
- ISMN
- 979-0-2032-5416-4
- EAN
- 978-3-7333-2686-9
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Beschreibung
„Der 1949 in Lindau geborene Komponist Nikolaus Brass zählt zu den renommiertesten deutschen Komponisten der Gegenwart. Seine Kompositionen werden bei allen wichtigen Festivals der Neuen Musik gespielt. 2010 widmeten ihm die Festivals Ultraschall in Berlin und Eclat in Stuttgart je ein Porträtkonzert. Seit 2014 ist Brass Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Die musikalischen Wurzeln des Komponisten liegen in den 1970er und 1980er Jahren. Die Darmstädter Ferienkurse und so gegensätzliche Musikerpersönlichkeiten wie Helmut Lachenmann und Morton Feldman waren von prägender Bedeutung für seinen Werdegang. Auch wenn sich Brass in letzter Zeit als Autor von szenischer Musik profilieren konnte, so liegt der Schwerpunkt seines Schaffens doch in der Instrumentalmusik, die er allerdings gerne mit literarisch-poetischen Ideen unterfüttert. So auch im Klavierstück „Undine geht", das der Komponist 2014 auf Notenpapier geworfen hat.
Jedenfalls gibt es keinen Zweifel, dass Brass mit diesem Titel auf einen recht prominenten Text von Ingeborg Bachmann anspielt, in dem die 1973 verstorbene Autorin den ewigen Konflikt zwischen den Geschlechtern in einer poetisch-vieldeutigen Sprache thematisiert. [...] Es bietet sich durchaus an, einerseits die gleichsam fließenden Figuren mit der Gestalt der Undine und dem von ihr so geliebten Wasser zu assoziieren, andererseits die hämmernden Akkordblöcke (auch Cluster) mit „männlichen" Charakteren in Verbindung zu bringen. Der musikalische Text selbst enthält jedoch keine direkten Hinweise auf den Bachmann-Text, so dass jede inhaltliche Deutung in hohem Maße spekulativ bleiben muss. Dann bleibt dem Interpreten aber immer noch eine gleichsam sprechende und ausdrucksstarke, in der Gewichtung der Teile perfekt austarierte Klaviermusik. Der Pianist sollte einige Erfahrung mit der Interpretation von atonaler Musik mitbringen und moderne Klaviertechniken wie schnelles Cluster-Spiel und den Einsatz des 3. Pedals beherrschen. Notfalls gibt es vom Widmungsträger Jan Philip Schulze eine vorbildliche Einspielung, an der man sich orientieren kann. Mit einem gut lesbaren Notentext, Lebenslauf des Komponisten und einer Liste mit den beim Verlag Neue Musik gedruckten Werken ist die Edition recht karg ausgestattet. Aber daran sind wir bei zeitgenössischer Musik ja gewöhnt."
Robert Nemecek in PIANONews 6-2022 www.pianonews.de
Abdruck mit freundlicher Genehmigung
