Obst, Michael

Trio Nr. 2

  • für Violine, Violoncello und Klavier

Ausgaben

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    Artikelnummer
    NM844
    ISMN
    M-2032-0954-6
    EAN
    978-3-7333-0473-7
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Beschreibung

 

„Dem Abegg Trio ist es ein weiteres Mal zu danken, (halbwegs) bekannte Literatur mit einer Komposition neuesten Datums (2006!) zu verbinden, genauer noch: inhaltlich, gehaltlich zu verbünden. Den beiden Schostakowitsch-Klaviertrios op. 8 – ein packend-kurzatmiges Beispiel euphorischer, post-romantisierender Kammermusik aus dem Jahr 1923! – und dem tief schürfendem Trio op. 67 fügen Ulrich Beetz, Birgit Erichson und Gerrit Zitterbart ein Werk ihres Weimarer Universitätskollegen Michael Obst (*1955) hinzu. Dessen vielteiliges Trio ist im Zeichen Schostakowitschs erdacht, bezieht sich – wie auch Schostakowitsch oft in seinen eigenen Schöpfungen – auf die Initialen D. Sch. und die damit verquickten Töne d-es-c-h. Obst hat sich im Begleitheft ausführlich über sein Trio geäußert – in diesem Fall eine echte Verständnishilfe, wodurch die von ihm gewählten „Mottos“ von immerhin 16, im Extremfall 4 Minuten dauernden Einzelsätze den Hörer in Nähe des vom Autoren Erwünschten platzieren. Titel wie Mephisto-Walzer und Die wilde Jagd reflektieren – ohne die verbürgte Wildheit der „Vorlagen“ aufzugreifen – die entsprechenden Liszt-Passagen aus der Faust-Literatur aus der Etüden-Verrücktheit (Nr. 8!). Diese musikalischen Anzüglichkeiten und die eingefügten Ruhezonen (fünf „Intermèdes“) ergeben ein zurückhaltend schillerndes Bild von kompositorischer Rückbesinnung und vorsichtiger, keinesfalls schockierender Gegenwartssprache ohne jede Angst, sich im Zusammenwirken dreier Instrumente auch gefühlsmäßig zu zeigen.
Insofern ist dieses Obst durchaus eine Frucht des weit verzweigten Baumes Schostakowitsch – so wie Komponisten vom Range eines Schnittkes auf eigenen Wegen das schmerzliche Wirken, das ästhetische Verharren und Protestieren ihres Landesmannes in ihren Werken immer wieder aufleuchten ließen. In diesem Sinn prägen, schraffieren und ziselieren die drei Abeggs die beiden Schostakowitsch-Trios in einer überzeugenden Mischung aus Genauigkeit und Passion, verfallen keine Sekunde in Trance, aber zeigen uns auch, wie nahe diese Stücke gelegentlich am Rande der musikantischen Selbstvergessenheit angesiedelt sind.“

Peter Cossé, Klassik heute, 9/2009

 „(...) ein Trio, das Michael Obst, geboren 1955, zum dreißigsten Geburtstag des Abegg-Trios im Jahre 2006 komponiert hatte und dessen Titel fast schon selbst Musik ist: «8 musikalische Reflektionen über Dimitri Schostakowitsch, denen ein Prolog vorangestellt, 6 Zwischenspiele eingefügt und ein Epilog angefügt wurde.» Die «Reflektionen» tragen Titel wie «…rough enough…«, also möglichst rauh, oder «…as Laurie did before», der einer Crossover-Sängerin gewidmet ist. Gerrit Zitterbart erklärte in seiner freundlich werbenden Einführung, dass kompositorische Grundlage dieser Musik die Töne D-Es-C-H seien, also die Initialen von Dimitri Schostakowitsch, dass man sich treiben lassen solle, versprach, dass in dieser Musik «etwas passiere» - und in der Tat, es war höchst spannend, was da passierte. Verwehte Tanzrhythmen, chromatische Schleifer, Tonrepetitionen, Flageolett-Klänge, harte Akzente, Tonreibungen, mystisches Flimmern, Unisono-Gesänge der Streicher, wilde Streicherattacken und breit-pastose Klangflächen, dazu ein raffinierter Pedaleinsatz beim Klavier, der einen fahl-halligen Klang produziert: Michael Obst bietet hier eine reiche Palette an Ausdrucksformen und eine Überfülle an musikalischer Fantasie. Moderne Musik, die dennoch nicht ohrenquälend modern ist, sondern höchst raffiniert die Klangmöglichkeiten der Instrumente ausnützt statt sie verneint.
Heftiger Beifall der kleinen Kennerschar im Saal zeigte, dass auch moderne Musik üppig-sinnlich und fantastisch sein kann. Was kann man danach noch zugeben? Das Abegg-Trio wählte das geisterhaft wirbelnde Scherzo aus dem Klaviertrio Nr. 2 von Brahms.“
Rainer W. Janka, 1/2008