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- NM1662h
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Beschreibung
abgedruckt im Sammelband Neue Töne – Musik für Percussion, Bd. 1: Solo
"Nach einem Studium in ihrem Heimatland Ukraine wechselte Anna Korsun, Jahrgang 1986, zum Kompositionsstudium bei Moritz Eggert an die Hochschule für Musik und Theater München. Außerdem war sie Teilnehmerin der Darmstädter Ferienkurse und besuchte Kurse u.a. bei Sandeep Bhagwati, Jon Appleton, Pierre Dusapin und Helmut Lachenmann. In Korsuns umfangreichem Werkkatalog finden sich neben Orchester- und Kammermusik etliche experimentelle Stücke, bei deren Realisation auch Bühnenmittel und Elektronik zum Einsatz kommen. Für ihre Musik, die inzwischen im In- und Ausland von namhaften Interpreten und Klangkörpern aufgeführt wird, wurde die Komponistin mehrfach mit Preisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem Kompositionsstipendium von AntiquaNova in Argentinien (2012) und dem Stipendium der Akademie Schloss Solitude Stuttgart (2014). In Surfaces lotet sie die klangfarblichen Möglichkeiten des Schlagzeugs aus. Das zarte Stück erfordert vom Spieler viel Sinn für delikate Klänge. Es beginnt, indem der Spieler mit seinen Fingern unterschiedlich schnell und variabel in der Lautstärke das Fell der kleineren Pedalpauke reibt und dabei allmählich mit dem Pedal die Tonhöhe absenkt. Neue Schubkraft erhält sein Spiel mit dem ersten Ton auf dem Becken (T. 46). Ab hier benutzt er zwei Besen zum Wischen und bezieht nach und nach die tiefere Pauke in sein Spiel mit ein. Es wirkt auf Anhieb vielleicht befremdlich, dass die Lautstärke hier mit forte oder fortissimo angegeben wird: Was der Hörer wahrnimmt, sind ausnahmslos leise Klänge, die durch Wischen bzw. Reiben auf dem Fell erzeugt werden! Ab T. 99 steigert sich die Dynamik: Das Reiben mit dem Gummiball („Zauberball“) – der Spieler kann auch mit angefeuchtetem Daumen auf dem Fell reiben – soll wie geheimnisvolles Knurren klingen und sich mit den Klängen des „Löwengebrülls“ vermischen. Mit dem Verlöschen der Paukenklänge (T. 115) beginnt ein neues „Kapitel“: Tam-tam und Becken mischen sich unter das „Löwengebrüll“, bis schließlich nur noch mit den Besen auf den Congas gewischt wird und ein „Donnerrohr“ in Aktion tritt – nicht zu verwechseln mit dem „Donnerblech“, das ab T. 154 zum Einsatz kommt! Ganz zur Helligkeit der dann folgenden Episode passen die zarten Einwürfe eines mit der Kurbel gedrehten „Rainstick“. Und schließlich folgt nach einer kurzen Reminiszenz an den Anfang (T. 188) mit dem Effekt eines Glissando-Gongs ein fantasievoll auszuführender Epilog."
Prof. Dr. Klaus Hinrich Stahmer