Stahmer, Klaus Hinrich

Sokkon

  • für Shakuhachi (oder Bassflöte) und Bass-Koto (oder Gitarre)

Werkangaben

Kompositionsjahr
2017

Ausgaben

  • Kaufmaterial

    Artikelnummer
    NM2764
    ISMN
    M-2032-3431-9
    EAN
    978-3-7333-1979-3
    €18.80inkl. MwSt., zzgl. Versand

Beschreibung

"Die Komposition Sokkon (Jap.: jetzt, im Augenblick) von Klaus Hinrich Stahmer vertont fünf der als „Mirlitonnades" (1977/78) veröffentlichten Kurzgedichte von Samuel Beckett in französischer Sprache. Mirlitons sind Instrumente, die einen durch eine Membran verzerrten Ton erzeugen, wie beispielsweise Jahrmarktströten. So sind auch diese Verse schrill und komisch, Reimereien mit prägnanten Aussagen zu einer weiten Bandbreite an Themen.Genauso vielfältig wie die Texte ist auch die Komposition. Tonal recht frei werden durch unterschiedliche Klangeffekte und Gestaltungsanweisungen in den Noten verschiedene Stimmungen erzeugt. Die sehr besondere Besetzung, bestehend aus den japanischen Instrumenten Shakuhachi und Bass-Koto verleihen dem Stück darüber hinaus eine sehr charakteristische Klangsphäre. Wer diese Instrumente nicht zur Verfügung hat, kann auf Bassflöte und Gitarre zurückgreifen, da beide Instrumente von Ambitus und Tonerzeugung den beiden japanischen Instrumenten ähneln und die Partitur zusätzlich eine gut spielbare Gitarrenstimme enthält. Die zahlreichen Effekte und die nicht alltägliche Tonsprache machen diese Komposition allerdings zu keinem einfachen Stück.Die fünf Kurzgedichte werden, wie Stahmer im Vorwort schreibt, „abwechselnd von den […] Instrumenten […] rezitiert, wobei sich die Spieler in ihrer Deklamation der sprachlichen Vorlage soweit annähern sollten, dass der Hörer den Text zu verstehen meint, obwohl kein Wort wirklich gesprochen wird." Der Komponist arbeitete sehr nah an der Textvorlage, weshalb Sokkon ebenso kurz und prägnant ist wie Becketts Gedichtzyklus. Die 5 Abschnitte, in denen beide Spieler stets abwechselnd „zu Wort kommen", dauern insgesamt lediglich etwa 6 Minuten.Das Vorwort in Englisch und Deutsch und auch die Zeichenerklärung am Ende sind für die Ausführung sehr hilfreich, erfreulich ist die zweifache Ausführung der Partitur."

Kristin Hertel, Auftakt, 2-2022

Abdruck mit freundlicher Genehmigung


"Aphoristisch gestalteter, transkultureller Expressionismus zwischen moderner französischer Lyrik, hergebrachten Spielweisen japanischer Musik, avancierten Spieltechniken einer kosmopolitischen Neuen Musik, dies alles getragen von kontemplativer Grundhaltung und großer Liebe zum Detail. Fünf klanglich und spieltechnisch hochgradig individuell gestaltete, jeweils zweiteilige, dialogisch angelegte Miniaturen, in denen je eine Zeile aus Samuel Becketts "Mirlitonnades" instrumentaliter "rezitiert" und vom jeweiligen Gegenüber musikalisch frei assoziativ kommentiert wird. Wechsel zwischen proportionaler und metrisch gebundener Notation; Koto und Gitarre mit alternativen Notensystemen; Legende für einige Sonderzeichen. Fein geschliffene, sinnliche Musik, die durch ihre verrätselte Machart höchste Geistesgegenwart ("sokkon", dt. "jetzt, im Augenblick") herausfordert. Die klangliche Aura von Wölbbrettzither und Bambusflöte möchte man nicht missen, doch der alternativen Besetzung blüht sicher Bereicherung."

Michael Zwenzner, neue musikzeitung, Juni 2019

Abdruck mit freundlicher Genehmigung


Fünf Kurzgedichte des irisch-französischen Dichters Samuel Beckett werden abwechselnd von den beiden Instrumentalisten in Tönen „rezitiert“. Der jeweils andere Spieler antwortet auf den in seiner Knappheit an japanische Haikus erinnernden Text des Vor-„Redners“ mit einem musikalischen Kommentar. So entsteht im Wechselspiel ein intimes Zwiegespräch über Fragen des Lebens, das im Klang von japanischer Bambusflöte Shakuhachi und Zither Koto zwar ein wenig fernöstlich wirkt, in seiner Härte aber der existentiellen Aussage des westlichen Dichters entspricht. Von der Bassflöte und der Gitarre werden Spieltechniken gefordert, die – ohne direkt folkloristisch zu sein – an alte japanische Musik erinnern.