Kubo, Mayako

Repeating Illusions

  • für Violoncello und Klavier

Werkangaben

Kompositionsjahr
2013

Ausgaben

  • Kaufmaterial

    Artikelnummer
    NM1708
    ISMN
    M-2032-2241-5
    EAN
    978-3-7333-1286-2
    €24.79inkl. MwSt., zzgl. Versand

Beschreibung

"Das konzertante, im Zusammenspiel anspruchsvolle Duo reflektiert das Problem der Nichtidentität von Wiederholungen. Einsätzig durchkomponiert mit großen formalen Bögen, über weite Strecken konsequent dreistimmig-polyphon. Die Komponistin schreibt: Gibt es eine sich wiederholende Illusion ... oder hat man die Illusion, es würde etwas wiederholt?" 

Max Nyffeler, neue musikzeitung, September 2014

Abdruck mit freundlicher Genehmigung

 

"Mayako Kubo studierte in Wien bei Roman Haubenstock-Ramati, Erich Urbanner und Friedrich Cerha. In Deutschland setzte sie ihre Studien bei Helmut Lachenmann fort. Seither sind rund 120 Kompositionen entstanden, darunter die in Graz und Tokio aufgeführte Oper „Rashomon“. Durch das zusätzliche Studium der Musikwissenschaften und der Philosophie in Wien und Berlin haftet der Musik von Kubo ein deutlicher geistiger Tiefgang an – jeder Klang, jede Note ist Teil eines dramaturgischen Konzepts (...). Auch „Repeating Illusions“ ist ein solches hintergründiges Spiel mit Erwartungen. Wiederholungen (repeats) sind seit jeher ein wesentliches Element von Musik. Nur nicht in der sogenannten Avantgarde, deren Protagonisten die Dämonen der Redundanz wittern, wo sich auch nur zwei Takte gleichen. Selbst in der Minimal Music findet in Wirklichkeit eine Entwicklung statt, da die immer wiederkehrenden Abläufe stetig und „minimal“ variiert werden. Wie also im 21. Jahrhundert mit Wiederholungen komponieren? Kubo lotet in ihrem Stück aus, was eine Wiederholung in ihr bewirkt: Faszination oder Scham, den Erwartungen an Neue Musik nicht gerecht geworden zu sein. Wird sie ihrer eigenen Spur auf den Leim gehen und nur scheinbare Wiederholungen komponieren – oder gar der Versuchung erliegen, alle acht Takte ein Wiederholungszeichen einzufügen und dem allgegenwärtigen Horror auch noch die Schrecken der Periodizität hinzufügen? „Mache ich mir Illusionen, es fänden lauter Wiederholungen statt? Gibt es eine sich wiederholende Illusion oder wiederholt man die Illusion? Oder hat man die Illusion, es würde etwas wiederholt?“ Spätestens an dieser Stelle des Vorwortes hat man das Gefühl, die Komponistin nehme ihr Thema bereits mit einem minimalen Augenzwinkern wahr. Stilistisch ist die ganze Angelegenheit so ausgefallen, wie man es von einer Komponistin erwarten darf, die seit vielen Jahren Neue Musik für die Praxis schreibt. Technisch anspruchsvoll, aber machbar, ohne zuvor eine vollkommen neue Tonsprache erlernen zu müssen. Oder die gesamte Partitur erst einmal einen Monat lang zu sezieren, wie es etwa die Musik von Claus-Steffen Mahnkopf verlangt. Und tatsächlich finden sich zahlreiche Wiederholungen: Wiederkehrende Figuren und Motive erleichtern das Studium ebenso wie ein eher langsames Grundtempo, das den zahlreichen Sechzehnteln und Zweiunddreißigsteln viel von ihrem Schrecken nimmt."

Manuel Rösler    

Ensemble 3-2014             www.ensemble-magazin.de