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- Artikelnummer
- NM1190
- ISMN
- M-2032-1301-7
- EAN
- 978-3-7333-0678-6
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Beschreibung
"Positionen für Streichquartett besteht aus 9 kurzen Sätzen. Die Satztitel beziehen sich auf historische Definitionen des Kunstbegriffs durch Philosophen wie Platon, Kant und Benjamin. Positionen versucht, diese ästhetischen Haltungen musikalisch zu deuten um dadurch zu einer eigenen Interpretation des heutigen Kunstbegriffes zu gelangen."
Thomas Nathan Krüger
1. Was ist Kunst (?)
2. Ästhetische Ideen
3. Reproduktion I
4. Spiegel des Objekts
5. Das sinnliche Scheinen der Idee
6. Reproduktion II
7. Schein der Nähe
8. Schatten eines Traumes
9. Reproduktion III
2. Ästhetische Ideen
3. Reproduktion I
4. Spiegel des Objekts
5. Das sinnliche Scheinen der Idee
6. Reproduktion II
7. Schein der Nähe
8. Schatten eines Traumes
9. Reproduktion III
Uraufführung durch das Minguet-Quartett
am 22.10.2008 im Fürstensaal der
Musikhochschule FRANZ LISZT Weimar
am 22.10.2008 im Fürstensaal der
Musikhochschule FRANZ LISZT Weimar
"Philosophische Gedanken in Musik auszudrücken - das erinnert doch stark an Franz Liszt, dessen Jubiläumsjahr gerade zu Ende gegangen ist. Und bei ihm hat es eigentlich nicht wirklich funktioniert. Gut, dass sich der 1985 geborene Krüger davon nicht abschrecken lässt: Sein neues Streichquartett besteht aus neun kurzen Sätzen, in denen historische Definitionen des Kunstbegriffs durch Philosophen wie Platon, Kant oder Benjamin musikalisch gedeutet werden wollen. Lassen wir den Komponisten selbst zu Wort kommen: "Positionen versucht, diese ästhetischen Haltungen musikalisch zu deuten um dadurch zu einer eigenen Interpretation des heutigen Kunstbegriffes zu gelangen." Das liest sich erst einmal schrecklich theoretisch und ist hoffentlich nur Krügers zum Zeitpunkt der der Komposition gerade erst begonnenem Ausbildungsverhältnis an den Musikhochschulen von Weimar und Graz geschuldet. [...] Krügers Musik ist erfreulich unideologisch, mit wachem Geist und einem Witz komponiert, der oft an Mauricio Kagel erinnert (mit dem sich Krüger unter anderem in seinem Stück "Mit Kind und Kagel" auseinandergesetzt hat). In kompositionstechnischer Hinsicht ist hingegen alles vertreten, was Spaß macht: Eine chaotisch wirkende und mit einer Vielzahl von Spielanweisungen versehene Ouvertüre (nicht so schwer, wie sie auf den ersten Blick scheint) stellt die wichtigste Frage an den Anfang: "Was ist Kunst?" "Ästhetische Ideen" schweben ätherisch durch den Raum und erzeugen durch locker aufgesetztes Flageolett, den konsequenten Verzicht auf Bewegung und "Tempo" und ein bis zum Schluss aufgespartes "vibrato" einen "rauschend fiebrigen gläsernen Klang", der dem Topos mehr als angemessen scheint. Und so geht es weiter: jede Position nimmt sich eine der Definitionen des Schönen, Guten und Wahren zum Anlass, um daraus musikalische Funken zu schlagen. Wenn Schopenhauer sinniert: "Der Künstler ist der Spiegel der Menschheit und bringt ihr, was sie fühlt und treibt, zu Bewusstsein", so nimmt Krüger dies zum Anlass, mit den musikalischen Konnotationen des Begriffs "Spiegel" zu arbeiten. Oder im Sinn von "Reproduktion" einen alten Kassettenrekorder einzusetzen ... Oder das "sinnliche Scheinen der Idee" mit extremen Steigerungen und abruptem Strömungsabriss zu übersetzen. Schade, dass der folgende Satz schon auf einen verstorbenen Kollegen gemünzt ist - aber es sieht so aus, als könnte er auch auf Thomas Nathan Krüger zutreffen: "Auf den gebt acht, der wird in der Welt noch von sich reden machen."
ensemble, Februar/März 2012
"Musik mit objektivem Gestus; Ausgangspunkt sind historische Definitionen des Kunstbefriffs von Platon bis Benjamin. Neun kurze Sätze mit neun verschiedenen Strukturtypen und klarer Materialdisposition. Traditionell notiert mit einigen Freiheiten. Aus der merkwürdigen Grundidee entstehen überraschend vielseitige und musikalisch präzise ausformulierte Charakterstücke."
Max Nyffeler, neue musikzeitung, Juli/August 2010
