Neue Töne – Band 2: Musik für Flöten

  • Compositions by Herbert Baumann, Peter Wittrich, Bernd Redmann, Johannes X. Schachtner, Jingyu Jang, Klaus Hinrich Stahmer

Werkangaben

Herausgeber
- Tonkünstlerverband Bayern

Ausgaben

  • Kaufmaterial

    Artikelnummer
    NM3029
    ISMN
    M-2032-5900-8
    EAN
    978-3-7333-2276-2
    €38.80inkl. MwSt., zzgl. Versand

Beschreibung

Redaktion:

Johannes X. Schachtner

(Leitung und Werktexte)

Prof. Andrea Lieberknecht

Edmund Wächter


NEUE TÖNE – ein Projekt des Tonkünstlerverbandes Bayern e. V.

Die sogenannte „Neue Musik“, genauer gesagt die Musik unserer Zeit, scheint über Jahrzehnte immer mehr zu einem leicht konsumier- und exerzierbaren Gut geworden zu sein oder droht in der Nische zu verschwinden.

Zum Teil mag es auch der unübersichtlichen Heterogenität des vorherrschenden Stilpluralismus geschuldet sein, dass oft eher zu historischer Musik gegriffen wird, als sich mit „unserer Musik“ auseinanderzusetzen. Diese Musik wieder mehr zum integralen Bestandteil des Musiklebens, insbesondere auch der musikalischen Ausbildung werden zu lassen, ist eines der Ziele der Reihe „Neue Töne“, die seit 2004 vom Tonkünstlerverband Bayern herausgegeben wird. Mit der Ausgabe Nr. 6, „Musik für Flöte“ wird diese erfolgreiche Reihe nun fortgesetzt.

Wiederum wurden im Rahmen des „Herbert-Baumann-Kompositions-Wettbewerbs“ Werke ausgewählt, die zusammen mit Werken von etablierten bayerischen Komponistinnen und Komponisten nun neu editiert in drei Bänden erscheinen. Sie sind zugleich eine Bestandsaufnahme der zeitgenössichen Musik in Bayern im ersten Viertel des neuen Jahrhunderts, gleichzeitig sollen die Werke aber auch durch die unterschiedlichen Ästhetiken und Schwierigkeitslevel junge Flötistinnen und Flötisten motivieren, sich auf die teilweise verschlungenen, aber immer spannenden und entdeckungsreichen Pfade der heutigen Musik zu begeben.

Als Projektleiter „Neue Töne“ darf ich mich beim Kuratorium für die befruchtende Arbeit bedanken, außerdem der Wettbewerbsjury für ihr gleichzeitig scharfes aber auch umsichtiges Urteil. Edmund Wächter und Andrea Lieberknecht danke ich für geduldige und akkurate Hilfestellung bei der flötentechnischen Durchsicht und Notation, ebenso Herrn Dr. Taggatz vom Verlag Neue Musik für die konstruktive und unkomplizierte Zusammenarbeit.

Dem Tonkünstlerverband Bayern, insbesondere in Person des 1. Vorsitzenden Prof. Ulrich Nicolai und Geschäftsführerin Andrea Fink möchte ich sehr herzlich für die Durchführung dieses Projektes danken: Es ist keine Selbstverständlichkeit der zeitgenössischen Musik in dieser Form ein Forum zu geben, aber eine Notwendigkeit!

Johannes X. Schachtner, im Herbst 2019


„Musik unserer Zeit sichtbar und hörbar machen

Der Tonkünstlerverband Bayern offeriert mit drei Bänden seiner Publikationsreihe „Neue Töne" eine Auswahl neuer und neuester Kompositionen für Flöte und mit Flöte. Angesprochen wurden Komponistinnen und Komponisten, die in Bayern heimisch sind. Ziel und Wunsch der Herausgeber ist, dass die Musik unserer Zeit sichtbar und hörbar als ein fester Bestandteil der zeitgenössischen Kultur wird und bleibt.

Neue Töne. Band 1: Musik für Flöte solo. Der Sammelband stellt Werke für Flöte solo in unterschiedlichen Formaten, Techniken, Schwierigkeitsgraden vor, auch für Piccolo (Markus Schmitt, Klaus Hinrich Stahmer) und Altflöte (Wilfried Hiller), von bereits etablierten Komponisten (Herbert Baumann, Widmar Hader, Thomas Emmerig) wie auch jüngeren (Patrick Pföß, Alexander Strauch, Moritz Eggert). Es spannt sich ein Bogen von der eher konventionellen Verschriftung hin zu komplizierten Schrift- und Klangbildern unter Einbeziehung von Taktwechseln, Spacenotation und verschiedensten Spielweisen. Letztere werden in einer Legende erklärt oder im Werk angemerkt. Jeder Komposition steht eine kleine Einführung voran und am Ende eine kurze Vita der Komponisten. Die Werke richten sich sowohl an interessierte Laien als auch fortgeschrittene Spieler und Professionelle, die Freude am Experimentieren haben. Das Heft ist gebunden und in einem übersichtlichen Layout.

Band 2: Musik für Flöten: Im zweiten Band erwarten die neugierigen und experimentierfreudigen Spieler drei Duette von Herbert Baumann („Duettino"), Peter Wittrich („Zwei Märchenszenen") und Bernd Redmann („Jardines segretos"). In den sieben meist kurzen Sätzen werden Piccolo, Altflöte und Bassflöte mit eingesetzt. Es folgt das Trio „Stundande natten" für 2 Flöten und Altflöte von Johannes X. Schachtner, von Klaus Hinrich Stahmer „Flutist's Landscape" für Flöten-Instrumente und „Mul-Gyeol" für vier (große) Flöten von Jingyu Jang. Die Notationen sind vorwiegend traditionell. Spielanweisungen für andere Spieltechniken sind entweder in einer Legende oder innerhalb der Komposition angegeben. „Flutist's Landscape" von Stahmer ist rein graphisch für vier Flötenspieler notiert. Fast schon gewohnt sind Taktwechsel mit krummen Einheiten oder verschiedene übereinandergeschichtete rhythmische Figuren. Auch in diesem Heft steht vor jeder Komposition eine kurze Einführung zum jeweiligen Werk. Im Anhang gibt es eine Kurzbiografie zu jedem Komponisten. Wenn man sich mit der Materie vertraut macht, ist das eine oder andere Werk für fortgeschrittene Spieler spielbar (Ende Mittelstufe); zum Beispiel auch als Literatur für Wettbewerbe wie Jugend musiziert geeignet. Die Partitur ist geheftet mit vier eingelegten Stimmen.

Band 3: Musik für Flöte(n) & Klavier: Fünf Komponistinnen und Komponisten stellen sich hier mit relative kurzen Werken vor. Diese werden zum besseren Verständnis in einer kleinen Einleitung erklärt. Sie experimentieren mit Klangmöglichkeiten durch andere Techniken sowohl für die Flöte als auch für das Klavier, wechselnden Flötenkombinationen (z.B. Richard Heller: 3 (aus 7) Arabesken für Piccolo/Altflöte + Klavier, Flöte/Altflöte + Klavier, 2 Flöten + Klavier), mit einer kompositorischen Grundidee wie etwa einer starken rhythmischen Struktur (Michael Starke, „Musique mécanique" für 2 Flöten und Klavier), mit der Entwicklung aus kleinen Bausteinen (Henrik Ajax, „Sparkling Shiverings" für Flöte und Klavier) oder mit der Vorstellung von Klangflächen (Nina Šenk, „Recitativo et Allegro" für Flöte und Klavier). Experimentell, lautmalerisch, launisch beschreibt Bettina Höger-Loesch in „Glos und Hoiz" mit Flöte, Klavier, drei Gläsern (gestimmt), Holz und Säge eine Bahnfahrt in den Bayerischen Wald. Alle Werke fordern den Kopf, das instrumentale Können und die Kommunikation heraus. Die Zielgruppe sind auch die „Könner" aber auch fortgeschrittene Spieler. Ein jeweils kurzer Lebenslauf der Komponistinnen und Komponisten rundet den Band ab. Alle Stücke sind normal notiert mit den entsprechenden Spielanweisungen zu den Verfremdungen und übersichtlich gedruckt. In die Klavierstimme sind zwei Flötenstimmen eingelegt."

Gabriele Sebald, neue musikzeitung, April 2021

Abdruck mit freundlicher Genehmigung

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