Neue Töne 7 – Musik für Gitarre solo 2
Werkangaben
- Herausgeber
- - Tonkünstlerverband Bayern
Ausgaben
Kaufmaterial
- Artikelnummer
- NM4618
- ISMN
- 979-0-2032-7531-2
€24.79inkl. MwSt., zzgl. Versand
Beschreibung
Redaktion:
Johannes X. Schachtner
(Leitung und Werktexte)
NEUE TÖNE – ein Projekt des Tonkünstlerverbandes Bayern e. V.
Seit nahezu einem Vierteljahrhundert stehen die Neuen Töne für eine ebenso einfache wie anspruchsvolle Idee: Werke lebender bayerischer Komponistinnen und Komponisten werden über einen Wettbewerb gesucht und zu Sammlungen zusammengetragen. Über viele Jahre hinweg ist so ein vielgestaltiges Panorama zeitgenössischen Komponierens entstanden, das von der schöpferischen Lebendigkeit und stilistischen Offenheit der bayerischen Musiklandschaft zeugt.
Die vorliegenden drei Bände führen diese Tradition mit neuen Werken für Gitarre fort. Den besonderen Anlass dafür gab der 100. Geburtstag Herbert Baumanns, dessen Musik in beispielhafter Weise künstlerischen Anspruch, handwerkliche Klarheit und unmittelbare Spielfreude miteinander verbindet. Umso mehr freut es mich, dass mit Quasi Valzer und Fratelli auch zwei Werke des Namensgebers unseres Wettbewerbs in die Sammlung aufgenommen werden konnten. Ebenso glücklich bin ich darüber, dass Klaus Hinrich Stahmer, der die Neuen Töne über viele Jahre als Projektleiter und Herausgeber entscheidend geprägt hat, mit zwei Kompositionen vertreten ist. Damit begegnen sich in diesen Ausgaben Geschichte und Gegenwart der Reihe auf besonders schöne Weise.
Ein wesentliches Anliegen der Neuen Töne war und ist es, zeitgenössische Musik für die musikalische Ausbildung zugänglich zu machen. Deshalb umfasst die Sammlung Werke sehr unterschiedlicher technischer und musikalischer Anforderungen: von Stücken, die bereits jungen Spielerinnen und Spielern erste Begegnungen mit neuen Klängen und Spielweisen ermöglichen, bis hin zu anspruchsvoller Literatur für fortgeschrittene Schülerinnen und Schüler, Studierende und den professionellen Konzertbetrieb. Das Spektrum reicht von konzentrierten Miniaturen und poetischen Klangbildern über pädagogisch gedachte Studien bis zu experimentellen, mikrotonalen und spieltechnisch erweiterten Kompositionen. Gerade in dieser Vielfalt liegt die Besonderheit der drei Bände.
Erstmals wurde der Auswahlprozess durch eine Jugendjury bereichert. Ihre Mitglieder brachten einen eigenen, unvoreingenommenen Blick auf die eingereichten Werke ein und machten deutlich, wie unmittelbar, neugierig und differenziert junge Menschen zeitgenössischer Musik begegnen können. Ihre Perspektive war eine wertvolle Ergänzung zur Arbeit der Fachjury und zugleich ein ermutigendes Zeichen: Neue Musik erreicht junge Musikerinnen und Musiker dann, wenn man ihnen zutraut, ihr offen und selbstständig zu begegnen.
Ich wünsche mir sehr, dass die hier versammelten Werke nun ihren Weg in den musikalischen Alltag finden: in den Unterricht an Musikschulen und privaten Musikinstituten, in die Ausbildung an Musikhochschulen, in Wettbewerbe, Vorspiele und Prüfungsprogramme – und selbstverständlich auf die Konzertbühne. Eine Notenausgabe erfüllt ihren eigentlichen Zweck erst dann, wenn aus den gedruckten Zeichen lebendige Musik wird. Mögen diese Stücke Neugier wecken, zu neuen klanglichen Erfahrungen ermutigen und Spielerinnen, Spieler, Lehrende und Publikum miteinander in den künstlerischen Austausch bringen.
Mein herzlicher Dank gilt Dr. Christoph Taggatz vom Verlag Neue Musik Berlin für die vertrauensvolle, verlässliche und stets unkomplizierte Zusammenarbeit. Mit großer Sorgfalt und Offenheit hat er die Entstehung dieser drei Bände begleitet.
Ebenso danke ich dem Tonkünstlerverband Bayern, insbesondere seinem Ersten Vorsitzenden Dr. Alexander Krause und seiner Generalsekretärin Andrea Fink. Ihr beharrliches Engagement für die zeitgenössische Musik, für ihre Urheberinnen und Urheber sowie für die musikalische Nachwuchsförderung ist von unschätzbarem Wert. Gerade heute, in einer Zeit, in der kulturelle Offenheit, künstlerisches Wagnis und nachhaltige Förderung keineswegs selbstverständlich sind, ist eine solche Arbeit umso wichtiger.
Mögen die Neuen Töne auch in Zukunft ihrem Namen gerecht werden: als Einladung, aufmerksam hinzusehen und hinzuhören, Unbekanntem mit Offenheit zu begegnen und Musik als lebendige Kunst der Gegenwart zu erfahren.
Johannes X. Schachtner