Leichte Klavierstücke zu vier Händen
- über ungarische Volkslieder
- (Violoncello und Kontrabass ad lib.)
Werkangaben
- Kompositionsjahr
- 2011
Ausgaben
Kaufmaterial
- Artikelnummer
- NM1318
- ISMN
- M-2032-1657-5
- EAN
- 978-3-7333-0824-7
€18.80inkl. MwSt., zzgl. Versand
Beschreibung
„Viele Pianisten sind seit frühester Jugend mit ungarischer Volksmusik vertraut, weil sie es im Klavierunterricht mit Béla Bartóks „Mikrokosmos“ zu tun hatten. Sie kennen also die Eigenarten der magyarischen Folklore, die so reich ist an ungewohnten Wendungen melodischer, harmonischer und rhythmischer Natur. Wem das gefällt, der wird auch an den Klavierstücken zu vier Händen des ungarischen Komponisten Istvan Horvath-Thomas (* 1948) Gefallen finden. Die knüpfen nämlich direkt an Bartóks berühmten Klavierzyklus an. Zum einen, weil es sich um Klavierbearbeitungen ungarischer Volkslieder handelt, zum anderen weil sie für beide Spieler leicht zu spielen sind und ein pädagogisches Ziel verfolgen. Zwei Spieler sollen gemeinsam eine Musik erarbeiten, die ihnen nicht ganz so vertraut ist wie Mozart und Schubert, und aus der Zusammenarbeit soll sich ein harmonisches Ganzes ergeben.
Die sieben Volksliedbearbeitungen sind eng miteinander verwandt, und doch ist jedes Stück einzigartig. Die ersten drei Stücke zeichnen sich durch Kürze (zwischen 12 und 18 Takten), einen lebhaften Charakter und Nr. 3 „Giocosamente“ durch ein hohes Tempo aus. Außerdem ist ihnen eine volkstümlich schlichte, mit vielen Wiederholungen versehene Motivsprache gemeinsam. Die vier darauffolgenden Stücke kennzeichnet dagegen eine ruhigere Gangart, die mit einem besonnenen, im Falle des vierten Stückes sogar melancholischen Charakter verbunden ist. Die Vortragsanweisung lautet hier „Grave con melancolico“. [...] Außerordentlich reizvoll ist das sechste Stück, in dem durch gegenläufige Quintparallelen („Moderato con delicatezza“) impressionistische Klangwirkungen erzeugt werden. Das siebte und damit letzte Stück kulminiert in einer kraftvollen Stretta, in der der akkordische Satz (vierstimmige Akkorde) auf orchestrale Klangwirkungen abzielt. Aber auch das ist zu schaffen und wird den Pianisten sicher viel Spaß machen. Dem Notenband sind zusätzlich Stimmen für Violoncello und Kontrabass beigefügt, sodass die Stücke auch in Trio- oder Quartett-Besetzung gespielt werden können.“
Robert Nemecek in PIANONews 3-2019 www.pianonews.de
Abdruck mit freundlicher Genehmigung
„Horvath-Thomas schnürt mit seinen Klavierstücken über ungarische Volkslieder ganze Bündel von Strängen in die Tradition des Liedsammelns. Er beschränkt sich nicht allein auf folkloristische Studien oder Bearbeitungen, sondern es geht ihm vielmehr um Überspitzungen von Eigenarten dieser Musik. Interessant ist, dass in drei der sieben Stücke zusätzlich zu den Klavier-Parts ein Cello und ein Kontrabass vorgesehen sind, die in mittleren Lagen, also zwischen Primo und Secondo spielen. Die Liedmelodie sucht ihren Platz in allen Stimmen, ohne gängige Solo- und Begleitmodelle. Im fünften Stück verwendet Horvath-Thomas die gleiche Liedmelodie wie Bartók in seiner „Studie für die linke Hand". An diesem Beispiel lässt sich gut die individuelle Herangehensweise erkennen: Im Primo-Part wird die Melodie kanonisch geführt und erhält durch die Hinzunahme einer akkordischen Begleitung tänzerischen Charakter. Die Einstufung des Schwierigkeitsgrades der Stücke ist eher relativ. Oktavläufe in Achteln in schnellem Vivace und vierstimmige Akkorde in beiden Händen bedürfen schon einer gewissen technischen Versiertheit."
Anke Kies, neue musikzeitung, Februar 2021
Abdruck mit freundlicher Genehmigung