
Konversation
- nach einem Stillleben von Lars Lehmann
- für Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier
Ausgaben
Kaufmaterial
- Artikelnummer
- NM918
- ISMN
- M-2032-0988-1
- EAN
- 978-3-7333-0508-6
€29.95inkl. MwSt., zzgl. Versand
Beschreibung
"Dreisätziges Werk, verzichtet auf neue Klangtechniken, geschrieben in Anlehnung des konservativen Stils. Das Bild "Stillleben mit Bügeleisen" ist vom Maler, aus Güstrow stammend, in dunklem Farbenklang zwischen warmen und kühlen Tönen differierend gehalten. Der Komponist hat seine Eindrücke und Gefühle beim Betrachten des Bildes niedergelegt: "einen reinen e-Moll-Akkord und die übrigen Töne, die sich um die e-Moll-Töne herum befinden" (Zitat Baumgartl). Viele Taktwechsel, aber rhythmisch und spieltechnisch gut überschaubar. Ostinate Figuren und das melodische Element überwiegen. Für die kammermusikalische Arbeit an Musikschulen sowie auch "Jugend musiziert" empfohlen."
Frank Klüger, neue musikzeitung, 5/2011
"Wenn man nur ein einziges Wort verwenden dürfte, um diese Musik zu beschreiben, so wäre es wohl: Zeit. Von der scheint es reichlich zu geben in Michael Baumgartls Quartett für Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier. Das ist eine Musik, die sich Zeit nimmt und sie auch einfordert.
Um ehrlich zu sein, erwartet man das ja auch von einem Musikstück, das einem Stillleben nachgebildet ist. Genauer gesagt – einem "Stillleben mit Bügeleisen".
Das in dunklem Farbklang zwischen warmen und kühlen Tönen changierende Gemälde stellt eine eigenwillige Deutung der Sacra conversazione dar. Man kennt das aus der Malerei: Maria mit dem Kinde, flankiert von zwei oder drei schweigsamen Heiligen – gerne auch als Triptychon. Nur dass in diesem Falle die Muttergottes durch ein Bügeleisen ersetzt wurde, umgeben von allerlei Küchen- und Haushaltsgeräten wie etwa Flasche, Krug und Kanne.
Das Tryptychon finden wir auch in Michael Baumgartls „Konversation“ wieder: zwei schnelle Sätze rahmen einen langsamen Mittelsatz ein. Das musikalische Material, aus dem alle Sätze gewonnen werden, ist einfach: Ein reiner e-Moll-Akkord und die übrigen Töne, die sich halt um diesen Akkord herum befinden. Das kann im ersten Satz schon einmal dazu führen, dass der Pianist – von wenigen Ausnahmen abgesehen – „in hartnäckigem Geichmaß“ einen reinen Moll-Dreiklang zu spielen hat, dem die drei übrigen Instrumente in ebenso hartnäckigen wie gleichmäßigen Achtelbewegungen (unisono, versteht sich) einen Kontrapunkt gegenüberstellen. Treffender ist ein Stillleben wohl noch nicht in Musik gesetzt worden. Schöner Gegensatz im zweiten Teil: Die Klarinette und die beiden Streicher (Flasche, Krug und Kanne?) führen eine harmonische Konversation, der von keinem Klavierklang Einhalt geboten wird. Das musikalische Material wird um benachbarte Dreiklänge erweitert und langsam im dann doch noch erklingenden Klavier zum Ende geführt. Im dritten Satz („munter“) wird einem in den drei Melodieinstrumenten schillernden e-Moll-Akkord eine einförmige Achtelbewegung im Klavier entgegengesetzt. In drei Oktaven gehämmert, aus e-Moll benachbarten Tönen zusammengesetzt und nicht zu leise. Erst ein knapper Einwurf der Geige nach über vierzig Takten in stampfenden Vierteln („tenuto con forza“) verschafft der wütenden Karussell-Fahrt eine kurze Atempause, bevor sich die einzelnen Versatzstücke selbständig machen und wie in einem Kaleidoskop durch Zeit und Raum fliegen. Dass sich dabei in gut siebzig Takten nichts entwickelt und nichts bewegt – und das Werk dennoch nicht langweilig wirkt, hat mit der klug gewählten Beschränkung auf zwei bis drei Minuten Spieldauer zu tun. Wie überhaupt die Idee, Musik aus einem einzigen Akkord zu entwickeln, im vorliegenden Fall klug umgesetzt wurde. Weil es niemals den Boden der erweiterten Tonalität verlässt und auch nicht allzu schwer zu spielen ist, macht sich „Konversation“ sicherlich gut auf den Programmzetteln von Schulprogrammen und Jugendkonzerten."
Ensemble 1/2010