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- Artikelnummer
- NM2937
- ISMN
- M-2032-3711-2
- EAN
- 978-3-7333-2176-5
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Beschreibung
„Stilpluralistische Sammlung von Klavierstücken, in denen mal abstrakte, mal historisch vermittelte Materialkonstellationen auf immer humorvolle, oft hintersinnige Weise ausgelotet werden, darunter Fingergymnastisches, Instrumentaltheatrales, Sinnbildhaftes zu Alltagsthemen, und -erlebnissen. 4x22 Stücke in größter Formen- und Strukturvielfalt. Ausgiebige Arbeit mit Buchstabensymbolik, der Physiognomie der Hände und Neukontextualisierungen historischer, populärer, liturgischer, funktionaler Musikgenres, nur selten „alte Bekannte“ zitierend (Bach) oder persiflierend (Glass). Traditionelle Notation, vereinzelt Sonderzeichen für Spiel im Klavierinnenraum. Dauer der Einzelstücke: ca. 0,5-4 Min. Verschiedenste Schwierigkeitsgrade (sehr leicht bis sehr schwer). Ein Manifest kompositorischen Freigeistes. Viele Einzelstücke verdienten gesonderte Besprechung, allein die Lektüre bereitet Freude. Als Konvolut ein editorisches Ereignis, vergleichbar den (obzwar ernster gestimmten) „Játékok“ von Kurtág. Anfängern wie Fortgeschrittenen unbedingt empfohlen.“
Michael Zwenzner, neue musikzeitung, September 2020
Abdruck mit freundlicher Genehmigung
„Die zeitgenössische Musik hat es bekanntlich schwer. Nach wie vor ist es nur eine verschwindend kleine Minderheit, die sich dafür interessiert, und die ist auch noch heillos zerstritten. Die Gründe dafür sind zwar zahlreich und sehr verschieden, aber einige Urteile kehren immer wieder. Man kann sie ungefähr so zusammenfassen: Die Neue Musik ist zu abstrakt, zu kompliziert, und schwer zu spielen ist sie außerdem. Deshalb lässt man lieber die Finger davon. Wer so urteilt ist einfach schlecht informiert. Die Neue Musik von heute ist extrem vielfältig, und man findet darin ebenso richtig schräge Sachen wie solche, die richtig gut klingen und relativ leicht zu spielen sind. Genau so eine neue Musik komponiert der aus Dresden stammende Komponist Wolfgang Heisig (* 1952), der auch schon als Bankkaufmann, Kirchenchorleiter und Barpianist gearbeitet hat. Keine schlechten Voraussetzungen, um eine Musik zu schreiben, die mit beiden Beinen im Heute steht. Das trifft auf Heisigs 66 Klavierminiaturen umfassenden Zyklus „Klaviertöne“in vielerlei Hinsicht zu. Denn erstens ist dieser in einem Zeitraum von mehr als vier Jahrzehnten entstanden, und zweitens geht es darin manchmal zu wie im richtigen Leben. In einer kurzen Notiz zum Zyklus nennt Heisig als Inspirationsquellen unter anderem „Buchstaben- und Zahlenimpulse, windschiefe Assoziationen, musikalische Spitzfindigkeiten, situationsbedingte Tragik/Komik im Kompetenzbereich eines Bankkaufmanns, Barpianisten, Musiklehrers, Phonolaspielers.“ Entsprechend weitläufig und buntscheckig ist das Programm, und Heisig findet immer sehr anschauliche musikalische Formulierungen für das Gemeinte. So erscheint der „Burn out“ als ununterbrochenes Wiederholen ein- und desselben Themas mit minimalen Veränderungen, oder er findet in „Lösungsvorschläge“ immer neue Auflösungen eines verminderten Dreiklangs, was schließlich in einem Cluster-Desaster endet. Diese Art von Humor ist typisch für den Komponisten, der auch [...] eine grandios aus den Fugen geratene Fuge komponieren kann. Für den neugierigen, humorbegabten und musikalisch offenen Pianisten ist dieser Klavierzyklus eine wahre Fundgrube, und das meiste davon lässt sich auch mit bescheidenen Mitteln gut bewältigen. Nur in einigen wenigen Fällen, wenn ein Stück wie „7 zu 5 oder Kleiner Streit nach dem Frühstück“ aus lauter Akkordungetümen besteht oder mit eigenwilligen Rhythmen („Anankast“) aufwartet, wird es ungemütlich. Aber es sind ja insgesamt 66 Stücke, und da ist für jeden was dabei.“
Robert Nemecek in PIANONews 2-2020 www.pianonews.de
Abdruck mit freundlicher Genehmigung
1) Happy Birthday
2) Streckübung
3) Akkoladen-Blues
4) Besuch bei Arnold Fritzsch
5) Bye, bye, Döbeln City
6) Zwölf Anagramme
7) Vier Möpse
8) Vnimanie
9) Pi mal Daumen
10) 10315
11) Leuchtreklame
12) Zählen
13) Tastenwisch
14) Balthasar-Blues
15) Mini-Rock
16) Glucose & Fructose
17) ADHS
18) Es wird alles gut
19) Schabe
20) Kein Ort. Nirgends.
21) Links & Rechts
22) Es hat keinen Zweck