Schmid-Kapfenburg, Thorsten

Flüchtige Erscheinungen

  • 59 Klavierstücke

Werkangaben

Kompositionsjahr
2021

Ausgaben

  • Kaufmaterial

    Artikelnummer
    NM3456
    ISMN
    979-0-2032-5487-4
    EAN
    978-3-7333-2751-4
    €26.79inkl. MwSt., zzgl. Versand

Beschreibung

I. Abteilung:

- 21 Veränderungen eines Neun-Ton-Raumes

- 11 leichte Klavierstücke

II. Abteilung:

- 4 leichte Stücke im phrygischen Modus

- 23 Klavierstücke



„Fleißigen Konzertgängern wird der Name Thorsten Schmid-Kapfenburg schon des Öfteren begegnet sein. Denn der auf den Instrumenten Klavier, Trompete und Violine ausgebildete Musiker war an mehreren deutschen Bühnen als Solorepetitor und Kapellmeister tätig. Dazu kommt noch eine ganze Reihe von Gastspielreisen durch halb Europa. Seit der Spielzeit 2004/2005 hat er eine Anstellung als 2. Kapellmeister an den Städtischen Bühnen Münster. Genau dort wurde erst kürzlich seine abendfüllende Oper „Galen" aus der Taufe gehoben, natürlich unter der Leitung von Schmid-Kapfenburg selbst. Dieser ist nämlich auch Komponist, und ein sehr agiler dazu. Allein das Verzeichnis der vom Verlag Neue Musik Berlin verlegten Kompositionen umfasst 26 Werke aus den Bereichen Oper, Konzert, Lied, Kammermusik und Klaviermusik. Letztere ist nur mit einem einzigen Titel vertreten. Aber der umfasst nicht weniger als 59 Klavierstücke. Flüchtige Erscheinungen, so der Originaltitel des fast noch tintennassen Klavierzyklus (2021), erinnert nicht zufällig an Prokofiews Klavierzyklus Visions fugitives (1917). Erstens nennt Schmid-Kapfenburg genau dieses Werk als Inspirationsquelle, und zweitens kennzeichnet die Stücke eine aphoristische Kürze, die auch für Prokofiews Klavierstücke charakteristisch ist. Was die beiden Zyklen voneinander unterscheidet, ist der pädagogische Mehrwert, der bei Schmid-Kapfenburgs Zyklus anfällt. Die Anregung dazu kam Schmid-Kapfenburg zufolge von Béla Bartóks pädagogischem Hauptwerk Mikrokosmos, dessen pädagogische Stringenz die Flüchtige(n) Erscheinungen jedoch weder erreichen noch anstreben. Die ersten drei Teile – von insgesamt vier – wenden sich an Kinder und Jugendliche. [...] Im vierten und damit letzten Teil steigt der Schwierigkeitsgrad abrupt an. Schmid-Kapfenburg greift bestimmte Satzformen und Spielfiguren der vorhergehenden Teile wieder auf, erhöht aber ihren Dissonanzgrad und bettet sie in ein viel komplexeres metrisches Gefüge, in dem Taktwechsel und komplexe Rhythmen die Regel sind. Mit diesen kunstvoll gebauten Miniaturen kommt der Komponist Prokofiews Visions fugitives schon sehr nahe. Der Klaviersatz erfordert freilich einen geschickten Pianisten, der manuell und mental mit dieser hochartifiziellen Klangwelt klarkommt. Insofern leistet der vierte Teil der Flüchtige(n) Erscheinungen von Thorsten Schmid-Kapfenburg als Vorbereitung auf die Klaviermusik des 20. Jahrhunderts gute Dienste."


Robert Nemecek in PIANONews 1-2023 www.pianonews.de

Abdruck mit freundlicher Genehmigung