Stahmer, Klaus Hinrich

Erinnerungen an einen Holzsammler

  • für Rahmentrommel solo

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    NM1662n
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Beschreibung

abgedruckt im Sammelband Neue Töne – Musik für Percussion, Bd. 1: Solo

Das Solostück Erinnerungen an einen Holzsammler beruht auf Gedichten des Libanesen Fuad Rifka (1930–2011), der in seinen Texten seine Lebenssituation beschreibt und sich als Holzsammler sieht. Während des Bürgerkriegs haben alle Freunde das Land verlassen, und nun „irrt der Dichter sprachlos durch die Wüsten“ (Text 1). Die Dämmerung bricht an, und der vereinsamte Alte träumt vor seiner Hütte. „Ihr Holzsammler“, ruft er, „Adler der Erleuchtung und der Stille, hier ist der letzte von euch, seine Asche in der Luft“ (Text 2). Er spricht von seinem Ende. In einer Vision sieht er sich als Teil des Feuers vor seiner Hütte: „Rauch verhüllt die Sonne, Asche wirbelt auf, ein Requiem steigt empor“ (Text 3). Diese Ausschnitte entnahm Stahmer einer Tonaufnahme der vom Dichter gesprochenen Texte und legte sie seinen Instrumentalrezitativen zu Grunde. Um dem Spieler die Deklamation der arabischen Texte nahezubringen, fügte der Komponist den Tönen eine phonetische Umschrift des arabischen Originals bei1. Das Stück ist so etwas wie eine kleine Szene: Wie aus der Ferne kommend betritt der Trommler die Bühne (Buchstabe A) und stimmt sich und seine Zuhörer auf den ersten Text ein (Buchstabe B). In seiner strengen Rhythmik lehnt sich der folgende Abschnitt (Buchstaben C und D) an die Technik orientalischer Trommler an, ersetzt jedoch deren traditionelle Strukturen durch westliche Zahlenkombinatorik. So unterliegt der in den 11er-Takten immer weiter nach vorne wandernde „Schnipp“-Akzent einer 8er-Periodik und verleiht der Strenge des Ornaments eine übergeordnete Dimension. Reminiszenzartig auf die Einleitung zurückgeführt (Buchstabe E), rezitiert der Trommler den zweiten Text (Buchstabe G). Und nochmals fällt er in die Virtuosität der vorigen Seiten zurück, deutet sie jedoch nur noch an, bis die Musik gleichsam in sich zusammenfällt (Buchstabe H). Den Schluss bildet die Rezitation des dritten Textes (Buchstabe I). Die drei Improvisationen (Takte 15, 43 und 65) sollen sich von der Länge her und in ihrer musikalischen Diktion in den Gesamtzusammenhang einfügen, können nach Belieben aber auch ganz wegfallen. Erinnerungen an einen Holzsammler sind Teil der Komposition „Aschenglut“ für eine Rahmentrommel und Klavier (Verlag Neue Musik, NM 1702)

Klaus Hinrich Stahmer (*1941) lehrte von 1969 bis 2004 an der Musikhochschule Würzburg. Vor 20 Jahren begann er sich mit außereuropäischen Kulturen zu beschäftigen und schrieb zahlreiche Stücke für fremde Instrumente wie Sheng, Qanun, Shakuhachi usw. (www.klaushinrichstahmer.de).

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