Bach, Johann Sebastian

Clavier-Übung III

  • 4 Duette, BWV 802-805
  • bearbeitet für 2 Gitarren von Reinbert Evers

Werkangaben

Herausgeber
Evers, Reinbert

Ausgaben

  • Kaufmaterial

    Artikelnummer
    NM2818
    ISMN
    M-2032-3528-6
    EAN
    978-3-7333-2047-8
    €16.80inkl. MwSt., zzgl. Versand

Beschreibung

"Klaviermusik von Bach für Gitarre? Durchaus, vorausgesetzt man macht es so, wie es der leider kürzlich verstorbene Gitarrist und Komponist Reinbert Evers (1949-2022) in seinen Bearbeitungen der „Clavier-Übung III" dokumentiert hat.

Die Ausgabe beinhaltet eine Partitur und zwei Einzelstimmen in einem wirklich ansprechenden und durchdachten Druck. Bis auf eine Stelle in der Gitarre 1 im Duett II gibt es für die Ausübenden keine Wender, trotzdem ist das Notenbild nicht zu klein und sehr gut lesbar. Jede Stimme ist mit dem rechten Maß an Fingersätzen für beide Hände und Lagenbezeichnungen für die linke Hand versehen.

Auf ein Vorwort bzw. spezielle Infos zu dem Werk wurde bedauerlicherweise verzichtet. Deshalb hier einige Punkte, die vielleicht interessant sein könnten: Es handelt sich bei der Ausgabe um vier Stücke im kontrapunktischen Stil, formal als längere Fugatos für zwei Gitarren. Die Drucklegung erfolgte laut Schmieder (Wolfgang Schmieder: „Thematisch-systematisches Verzeichnis der Werke Johann Sebastian Bachs", VEB Breitkopf & Härtel, Leipzig) 1739 in Leipzig. Begriffe aus der Kontrapunktlehre, wie etwa reale und tonale Beantwortung, motivische und thematische Arbeit oder doppelter Kontrapunkt, werden großartig veranschaulicht und eingesetzt. Daher sind die Stücke aus „Clavier-Übung III" auch bestens für den fortgeschrittenen Musiktheorie-Unterricht geeignet.

Auf die Original-Tonarten hat der Herausgeber in seinen Bearbeitungen bewusst verzichtet. So wurde z.B. das erste Duett von e-Moll nach a-Moll transponiert. Dies hat sicherlich nicht nur technische, sondern auch klangliche Gründe. Beide Tonarten klingen durch den Oberton-Reichtum der leeren Saiten eher strahlend und voluminös. Völlig anders verhält es sich dann bei dem zweiten Stück. Original in F-Dur erklingt es hier in B-Dur. Obertöne erzeugt durch leere Saiten kommen kaum noch vor und die Komposition klingt eher intimer und verhaltener. Beide Stimmen hört man nun differenzierter und das Abdämpfen leere Basssaiten wird kaum noch verlangt. Die beiden weiteren Tonarten in dem Heft sind übrigens C-Dur und d-Moll.

Der Schwierigkeitsgrad ist unterschiedlich, erfordert aber absolut versierte Spieler. Es dürfte für den Interessenten vielleicht hilfreich sein, einmal das Original zu hören, das z.B. zahlreich bei Youtube zu finden ist. Oder man geht im Internet auf http://www.jsbach.net/midi/ (hier unter „Keyboard Works") und lädt eine kostenlose .mid-Datei. Diese kann man problemlos mit dem Windows Media Player abspielen. Oder man importiert sie in ein Notenschreibprogramm und kann dann mit anderen Tempi und Sounds gnadenlos experimentieren.

Clavier-Übung III für zwei Gitarren, eine wirklich gelungene und empfehlenswerte Ausgabe!"

Ralph Paulsen-Bahnsen, Auftakt!, 2-2023

Abdruck mit freundlicher Genehmigung