Werkangaben
- Kompositionsjahr
- 2000
Ausgaben
Kaufmaterial
- Artikelnummer
- NM2334
- ISMN
- M-2032-2868-4
- EAN
- 978-3-7333-1540-5
€14.80inkl. MwSt., zzgl. Versand
Beschreibung
„Dieter Mack (* 1954) ist eine sehr vielschichtige und umtriebige Künstlerpersönlichkeit. Von Haus aus Komponist, der sich dem Avantgarde-Gedanken verpflichtet fühlt (Studium u.a. bei Brian Ferneyhough), ist er außerdem noch Musikethnologe, wobei der Schwerpunkt seiner Forschungstätigkeit in Indonesien liegt. 1981/82 gründete er das Freiburger Gamelan-Ensemble „Anggur Jaya“, und nach einer Konzerttournee begann seine umfassende Lehrtätigkeit in Indonesien. Die Erfahrung mit der Musik dieses Landes hat natürlich tiefe Spuren in Macks kompositorischem Schaffen hinterlassen, was man schon an Titeln wie „Surya“ oder „Lalangan“ ablesen kann. Das Klavier spielt dabei eine wichtige Rolle, was sicher damit zusammenhängt, dass Mack auch ausgebildeter Pianist ist, und weil das Klavier – wie die indonesischen Gamelan-Instrumente – sowohl über melodische als auch perkussive Qualitäten verfügt. Diese Doppelbegabung bildet den Ausgangspunkt von Macks Klavierstück „Chedi“ aus dem Jahr 2000, das unlängst beim Verlag Neue Musik Berlin erschienen ist. Die Musik von Chedi ist die meiste Zeit im schnellen Zweiunddreißigstel-Puls unterwegs, der immer wieder durch eingeschobene Akkordblöcke mit langen Dauern unterbrochen wird. Die bis zu elf Töne umfassenden Akkorde bilden zugleich einen starken Kontrast zu dem über weite Strecken einstimmigen Satzverlauf. In einem „tempo primo“ überschriebenen Abschnitt (ab T. 71) sind die rhythmisch-harmonischen Gegensätze in einer polymetrischen Textur vereinigt, deren Schichten (oben Akkorde mit langen Dauern, unten zweistimmige Zellen mit Zweiunddreißigstel-Pulsierung) vom Interpreten deutlich voneinander abgehoben werden sollen. Bedenkt man, dass jede der beiden Schichten in sich ametrisch verfasst ist, dann ist dies zweifellos alles andere als eine leichte Aufgabe. Wie bereits angedeutet, ist „Chedi“ vor allem hinsichtlich des Rhythmus eine ziemliche Herausforderung. Außerdem sollte man Nonparallelen mit der linken Hand schnell und verlustfrei bewältigen können. Das ist aber alles machbar, und schlackenlos dargeboten dürfte das Stück einigen Effekt machen.“
Robert Nemecek in PIANONews 3-2016 www.pianonews.de
Abdruck mit freundlicher Genehmigung
