Philippi, Raimund

B 9

  • Graffities No. V
  • für Fagott, Horn, Posaune und Kontrabass

Ausgaben

  • Kaufmaterial

    Artikelnummer
    NM999
    ISMN
    M-2032-1181-5
    EAN
    978-3-7333-0584-0
    €29.80inkl. MwSt., zzgl. Versand

Beschreibung

 

"Es gibt sie als kunstvoll verschnörkelte Buchstabenreihe, als sogenanntes "style-writing". Man kratzt sie in die Scheiben der U8 zwischen Hermannstraße und Berlin-Wittenau und der S1 zwischen Wedel und Poppenbüttel und nennt das so entstandene Kunstwerk - übrigens eine Kulturtechnik, die sich aus der italienischen Renaissance herleitet - "scratching". Oder man sprüht den Namen seiner Gang in ungelenker Kinderschrift an Hauswände und Autobahnunterführungen. Es gibt wahrscheinlich so viele verschiedene Arten dieser Kunstform, wie es Hausbesitzer gibt, die sich über die Verunzierung ihres Eigentums ärgern: das gemeine "graffito", in der Mehrzahl "graffiti" genannt. Über die "Graffities" von Raimund Philippi muss sich kein Hausbesitzer ärgern. Im Gegenteil. In drei kammermusikalischen Kompositionen breitet der 1963 in Geldern geborene Philippi ein Tableau neuer Spieltechniken aus, die von Geräuschmusik und und theatralisch anmutenden "Musikgebärden" bis zu lateinamerikanischen Rhythmen reichen, deren nicht ganz ironiefreier Einsatz an Kagel erinnert. Mit echten "graffiti" haben sie nicht zuletzt den rotzigen Tonfall gemein, der vor allem in den bläserlastigen Stücken "B9" für Fagott, Horn, Posaune und Kontrabass und "Graffities No. VI" für zwei Trompeten nicht zu überhören ist. Deshalb gehören sie auch am besten in die Hände junger Musiker unter zwanzig."

ensemble. Magazin für Kammermusik, 6-2010 (Dezember/Januar)

 

"Gemischtes Quartett für mittlere bis tiefe Instrumente, unterrichtstauglich. Einsätzig, straff im Tempo, die Stimmen bewegen sich meist in mittleren Registern und überfordern nie. Traditionelle Notation, nicht allzu schwer. Munteres Spielstück mit origineller Besetzung, weichen Dissonanzen und kleinen Solopartien."

neue musikzeitung, Mai 2010

 

"Hier liegt uns ein weiteres Werk von Raimund Philippi vor aus seiner Serie "Graffities", diesmal für ein Quartett von total heterogenen Instrumenten in tiefer Lage, und von völliog anderem Charakter als die Graffities No VI: Die Musik ist tonal, sie beginnt mit einem schrägen, ganz tiefen Akkord, vom Fagott auf dem tiefsten Ton (Ais) im pp begonnen, als "Glocke" sukzessive aufgebaut (die Amerikaner nennen das "pyramid") durch Horn und Posaune, crescendo bis zum ff, dann setzt der Kontrabass ein mit einem aufsteigenden, crescendierenden Achtellauf, der sich mit den anderen drei Instrumenten ff trifft zu einem wundervoll swingenden Musizieren, in dessen Verlauf der  Kontrabass in einen herrlichen Pizzicato-Walking Bass übergeht bis kurz vor dem Schluss. Fürwahr, das Werk ist jazzig geschrieben, wobei das Fagott die führende Stimme hat, es swingt ungemein. Man ist sofort versucht, die Tongebung an die hier gebotene jazzige Spielweise anzupassen. Das melodische Material ist einfach, fast minimalistisch gehalten, und besteht aus synkopierten Figuren, changierend zwischen Ganztonleitern und übermäßigen Harmonien, belebt durch Extrem-Crescendi und -Diminuendi. [...] Das Werk atmet Frische, Vitalität und Fröhlichkeit. Eine durch und durch gesunde Musik, die Spass macht! Die Ausgaben vom Verlag Neue Musik sind sehr solide gemacht, Papierqualität und Notenbild sind gut und alles ist gut zu lesen, ohne Umblätterprobleme. Das Stück verlangt zwar keine Supervirtuosen, erfordert aber doch erfahrene Spieler - der Fagottist muss bis zum d2 hinauf, der Hornist sehr tief hinunter (bis zum kleinen dis). Und sie müssen "swingen" können."

Dr. Dietrich Hilkenbach, Oboe-Fagott 3/2010